Wikipedia | LMS | WebMail | PHOnline | Impressum
headerbild
headerbild
headerbild
english version

Praxisbezogene Forschung über Kurzumtriebsflächen an Fachschule Edelhof

LR Schwarz: Mehr Unabhängigkeit und Umweltschutz bei der Energieversorgung durch Energiewälder


Die Personen v. l.: Antonia Zuntermann, Bildungslandesrätin Barbara Schwarz, Direktorin Michaela Bauer und Matthias Dienstl vor dem Edelhofer Energiewald.
Foto Copyright: Jürgen Mück.

Edelhof (28.7.2017) Die Energieerzeugung aus Holz gewinnt in Österreich immer mehr an Bedeutung, denn damit werden fossile Energieträger, wie Öl oder Gas, umweltfreundlich ersetzt. Ein Großteil des nachwachsenden Rohstoffes Holz wird im Zuge der Waldbewirtschaftung geerntet, aber auch in sogenannten Energiewäldern werden Bäume zur energetischen Verwertung angebaut.

„Die Fachschule Edelhof beschäftigt sich schon seit Langem mit Kurzumtriebsflächen, wo schnellwachsende Baumarten, wie Pappeln und Weiden, angepflanzt werden. Dabei werden wissenschaftliche Versuche durchgeführt, die detailliert Auskunft über die Anbaueignung, die Ansprüche an das Klima sowie den Boden der jeweiligen Baumarten geben. Die Schülerinnen und Schüler sind bei der Pflege der Energiewälder im Rahmen der praktischen Ausbildung auch in den Sommermonaten eingebunden“, betont Bildungslandesrätin Barbara Schwarz.

„Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Unabhängigkeit und Umweltschutz bei der Energieversorgung, denn mit der Anlage von einem Hektar Energiewald können rund 4.000 bis 7.000 Liter Heizöl pro Jahr ersetzt werden. Zudem bieten die Energiewälder für die Landwirtschaft eine nachhaltige Einkommensalternative“, so Schwarz. Immer mehr Gemeinden, bäuerliche Betriebe und Einfamilienhäuser setzten auf den Einsatz von CO2-neutralem Holz, sei es in Form von Hackschnitzel, Pellets oder Stückholz.

„Energiewälder stellen nur sehr geringe Ansprüche an den Standort und können damit fast überall gepflanzt werden. Das Waldviertel ist mit seinen vielen Grenzertragsflächen daher ein idealer Standort, um praxisbezogene Forschung über Kurzumtriebsflächen durchzuführen“, betont Direktorin Michaela Bauer. „Es gibt für jeden Standort den richtigen Baum, die richtige Umtriebszeit und die passende Produktionsform. Für die Wirtschaftlichkeit sind die optimalen Ernteverfahren und möglichst kurze Transportwege entscheidend“, so Bauer.

In Österreich konzentrieren sich die Versuche mit Energiewäldern im Kurzumtrieb auf die sechs Baumarten Weide, Pappel, Erle, Birke, Robinie und Schwarzpappel, wobei hier wiederum der Schwerpunkt auf Weide und Pappel liegt. Die Ernte der Baumarten erfolgt meist in Intervallen von fünf bis zehn Jahren.

Innerhalb von zehn Jahren nach Anlage der Kurzumtriebsfläche muss eine Meldung bei der Bezirksbehörde erfolgen und binnen 30 Jahren müssen die Bäume einmal geerntet werden, damit die landwirtschaftliche Nutzfläche nicht zu Wald wird. Die Energiewälder können jederzeit wieder in eine andere landwirtschaftliche Kultur umgewandelt werden.

(Schluss)